Menschen verbinden - promitto Dialoge

Menschen verbinden –
Dialog mit Myriam Burtscher

Unser nächstes Gespräch führen wir mit Myriam Burtscher. Myriam Burtscher ist Institutsleitung für Fachdidaktik an der PH Salzburg Stefan Zweig .


Wie geht es dir?

Ganz gut, ich hab mich beruflich schon umgestellt und mache alles aus dem „Home-Office“, nutze Plattformen, halte Online-Lehrveranstaltungen und organisiere die Besprechungen über zoom. Erstaunlich gut organisiert sich auch mein 12jähriger, der die Aufträge selbständig erledigt – auch wenn diese nicht immer rasend spannend sind.

Brauchen wir zuhause jetzt eine Pausenglocke?

Ja und nein: Pausen, ja in jedem Fall – auch ganz bewusst Zeiten, in denen die Mails liegen bleiben.
Aber darüber hinaus kann es sehr wohltuend sein, sich mit Themen länger auseinanderzusetzen und den „Takt“ nicht durch starre Unterrichtseinheiten und Stundenpläne vorgegeben zu bekommen.
Was jedenfalls hilft: Der Wecker in der Früh und ein ungefährer Rahmenplan – und Flexibilität: Ist das Wetter sehr schön, gibt es längere Pausen zwischendurch und wenn nicht, dann bin ich dafür früher fertig.

Muss Lernen Freude machen?

Ja! Also vor allem sollte es davon geleitet sein, etwas wissen zu wollen, Interesse an einer Sache zu haben. Lernen ist für mich etwas, das jede/r für sich selbst in die Hand nehmen muss. Ohne die aktive Bereitschaft sich mit etwas auseinanderzusetzen, kann es nicht funktionieren. Natürlich macht es nicht immer Spaß und ist manchmal auch mühsam, wenn man nicht weiterkommt oder wenn man sich mit Inhalten beschäftigen muss, die einen weniger interessieren.

Ist das Verstehen immer eine Frage des Bemühens?

Nein, mein zentrales Anliegen ist es, den Studierenden bewusst zu machen, dass es z.B. im Mathematikunterricht der Grundschule darum geht, bei den Kindern „Verstehens-Prozesse“ zu ermöglichen. Dazu gehört in Mathematik insbesondere das Wissen um die vielen verschiedenen Lösungswege und das Verständnis für die Kinder mit ihren unterschiedlichen Ansätzen, eine Situation oder Aufgabe zu interpretieren. Aber vor allem auch ein Unterricht, der nicht erklärend vorgeht, sondern Kinder Zusammenhänge und Strukturen entdecken und nachvollziehen lässt. Und: Die Initiierung entsprechender Lernprozesse hängt auch von der Wahl passender und interessanter Aufgaben ab. Insofern ist „Verstehen“ schon auch eine Frage des Bemühens – zumindest der Lehrkraft.

Vielen Dank für deine Gedanken!