20. Februar 2019

promitto Salon: Agilität & Selbstorganisation in Organisationen - Erfolgsrezept oder Modeerscheinung?

Die in der Managementliteratur derzeit gehypten Buzzwords sind zahlreich „Agilität, Holacracy, Selbstorganisation und kollegiale Führung“, und sie versprechen nicht weniger als die Antwort auf die künftigen Herausforderungen der Organisationen von heute zu sein. In unserem promitto Salon wollen wir uns mit Ihnen auf die Suche nach den wirklichen Potenzialen, Erfolgsfaktoren und Stolpersteinen dieser neuen Organisationsformen begeben. In einem Fishbowl diskutieren wir mit Menschen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit diesem Thema beschäftigt haben, und mit Ihnen, was an den „gar nicht so neuen“ Konzepten dran ist, auf welche Fragen diese Ansätze eine Antwort sind, welche Potenziale sich für Ihr Unternehmen/Organisation/Team dahinter verstecken und was ein guter nächster Schritt für Ihr Unternehmen sein könnte.

Im nächsten promitto Salon kommen wir mit folgenden PraktikerInnen ins Gespräch und diskutieren Fragen wie…

  • Auf welche Fragestellungen sind die neuen Konzepte geeignete Antworten?
  • Welche Erfolgsbeispiele gibt es und was sind Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung?
  • Welche Stolpersteine begegnen Organisationen bei der Umsetzung?
  • Wie kann ein konkreter nächster Schritt für mein Unternehmen/Team/Organisation aussehen?

Katharina Schwarz, Autorin
Mario Nefischer, Leitung Organisation / IT
Jana Stecher, Informatikerin und Beraterin

Katharina Schwarz leitete zuletzt die internen Supporteinheiten HR, Finanzen, Recht, Managementsysteme & Facilitymanagement in einem Tochterunternehmen der Stadt Wien. Zuvor war sie, bedingt durch das starke Wachstum der GmbH (2013-2018 + über 400 MitarbeiterInnen), bis 2018 für die Organisationsentwicklung und Evaluierung neuer Formen der Zusammenarbeit verantwortlich. Mit einem mutigen Geschäftsführer wagte sie dreimal den Anlauf zur Einführung von Holacracy.

Publikation: Katharina Schwarz, Holacracy, Das Managementsystem für die neue Welt des Arbeitens? ISBN 978-3-639-88759-4


Mario Nefischer ist seit 25 Jahren im Volksbanken-Verbund tätig und war dabei mit unterschiedlichen Aufgaben im Risikomanagement und Compliance-Agenden betraut. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war jedoch über 15 Jahre hinweg die Organisationsentwicklung, die unter anderem auch die Projektleitung von 7 Volksbank-Fusionen in den Jahren 2015-2017 zur Volksbank Niederösterreich (Bilanzsumme 3 Mrd. EUR, ca. 550 MitarbeiterInnen) umfasste. Als Verantwortlicher für Organisation & IT in diesem Unternehmen leitet er nun ein Projekt unter der Anwendung von agilen Projektmanagementmethoden zur Neuausrichtung des Vertriebs im Rahmen der digitalen Transformation.


Jana Stecher ist Diplom-Informatikerin und systemische Organisationsberaterin. Seit drei Jahren ist sie als Agile Coach in den Themenfeldern Selbstorganisation, Agiles Führen, Konflikt-Bearbeitung für ihr Unternehmen „Digitales Denken“ in Berlin tätig. Digitales Denken setzt sich mit den gesellschaftlichen Einflüssen von Digitalisierung auseinander und berät Unternehmen, Institutionen, aber auch NGOs ihre Methoden der Zusammenarbeit zu verbessern und Vernetzungs-Potenziale freizusetzen. Jana war davor über 10 Jahre in namenhaften Agenturen tätig und hat für Konzerne und Institutionen Digitalisierungsprojekte verantwortet.


Mehr Hintergrund zum Thema

Eines ist klar und unbestritten – alle Organisationen, die wir ein Stück auf Ihrem Weg begleiten dürfen, sind durch die VUKA (volatil, unsicher, komplex, ambivalent) Rahmenbedingungen, in denen sie sich bewähren müssen, gefordert. Viele der Organisationen haben für sich auch schnell die Marschrichtung definiert. Wenn wir mit Führungskräften in Unternehmen sprechen, hören wir oft Aussagen wie: „Wir müssen im Außen die Resonanzfähigkeit zu Kundinnen, Stakeholdern und dem Markt verbessern (Re-Fokussierung auf Kundinnenbedürfnisse und Marktbewegungen etc.) und im Inneren flexibler und beweglicher werden!“


Was aber bedeutet das in der Umsetzung?

Die meisten der Führungskräfte würden wahrscheinlich diesen Aussagen beipflichten. Die Einigkeit ist aber in dem Moment vorüber, wenn es darum geht eine gemeinsame Antwort auf die Frage zu formulieren „Was ist nun ein guter nächster Schritt in unserer Organisation?“

Eine Antwort liegt sicher in den neuen Organisationskonzepten (z.B. Abbau/Verlagerung von hierarchischer Macht, Stärkung der abteilungsübergreifenden Kooperation, keine Silos mehr etc.). Viele Organisationen erwarten sich in der Umsetzung dieser neuen Konzepte die Antwort auf die oben genannten Herausforderungen. Interventionen auf struktureller Ebene werden aber allzu oft von den kulturellen Imperativen der Organisation gestoppt. Gute und durchdachte Initiativen zerschellen allzu oft an der Realität der Organisation. Die wirklich relevante Frage ist, wie können Organisationen diese neuen Konzept nutzen, um einen Entwicklungsschritt zu gehen.